Zu Beginn des Jahres 2009 zeigt das Kino Babylon Mitte eine Auswahl der wichtigsten amerikanischen Independent-Filme der letzten zwei Jahre. UNKNOWN PLEASURES beweist, dass es auch neben Filmen wie „Juno“ oder „Little Miss Sunshine“ eine äußerst lebhafte und kreative Indie-Filmszene gibt.
Seit einigen Jahren befindet sich die amerikanische Indie-Filmszene massiv im Umbruch. Nach den erfolgreichen Filmen von Quentin Tarantino, Richard Linklater, Kevin Smith oder Todd Haynes investierten die Hollywood-Majors massiv in Independent-Filme, stets auf der Suche nach dem nächsten „Pulp Fiction“ oder „The Blair Witch Project“. Das Wort Independent wandelte sich hin zu einem Marketing-Werkzeug und plötzlich wurden Filme mit einem Millionenbudget als Indie-Filme bezeichnet (wie im Falle von „Juno“ oder „Little Miss Sunshine“).
Wirklich unabhängig produzierte Filme haben es in diesem Umfeld besonders schwierig. Dies gerade auch weil viele kleinere US-Verleiher mit massiven finanziellen Engpässen konfrontiert wurden. Angesprochen auf die teils prekäre Lage der Indie-Filmszene verkündete im Sommer 2008 der ehemalige Geschäftsführer von Miramax Mark Gill „Yes, the sky is really falling!“. Ein paar Monate später meldete sich dann Ted Hope (Produzent, „Happiness“, „In the Bedroom“, „21 Grams“) zu Wort und konterte Gills Aussage mit der Bemerkung, dass wir vor einer neuen Independent-Filmbewegung stehen.
Und tatsächlich entstanden in den letzten zwei Jahren so unterschiedliche und spannende Indie-Filme wie schon seit Beginn der neunziger Jahre nicht mehr: BALLAST, MOMMA’S MAN, FROWNLAND, THE PLEASURE OF BEING ROBBED, PRINCE OF BROADWAY und MEDICINE FOR MELANCHOLY stellen dabei nur die Spitze einer äußerst vielfältigen Independent-Filmszene dar. Frustriert durch die Entwicklung der unabhängigen Filmszene orientieren sich diese Filmemacher an den Werken von John Cassavetes, Shirley Clarke, Andy Warhol, John Sayles und Jim Jarmusch.
Das Festival UNKOWN PLEASURES
Zu Beginn des Jahres 2009 feiert das Kino Babylon die wichtigsten amerikanischen Indie-Filme. Neben den beiden Filmhochburgen New York und Los Angeles werden auch aus anderen Teilen der USA Produktionen gezeigt. Im Zentrum stehen dabei Filme, welche formale wie inhaltliche Experimente wagen.
Über einen Zeitraum gut drei Wochen werden dabei insgesamt 20 Spiel- und Dokumentarfilme gezeigt. In den meisten Fällen handelt es sich um Deutschland- und in einigen Fällen sogar Europa-Premieren.
Geplant sind zudem Gespräche mit eingeladenen Filmemachern.
BABYLON
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