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review

MEIN AUSLAND: ABSCHIED VOM ALTEN NEW YORK

Das Ende der Bowery

Film von Annette Dittert, ARD-Studio New York

On air: PHOENIX-WDR | January 1, 2009, 6:00 pm | Trailer 5:37 min

Annette Dittert, New YorkSie war einstmals die verrufenste Ecke der Stadt: Die Bowery - das letzte legend�re Bohème-Viertel in New York. Straße der Verlierer, der Künstler und Exzentriker. Ein Biotop für Maler und Musiker, Prostituierte und Obdachlose. Kaum einer konnte sich bis vor kurzem vorstellen, dass das Geld und die Wallstreet-Yuppies auch hier Einzug halten w�rden. "Die Bowery und die ganze Lower East Side im S�dosten Manhattans wird jetzt zur angesagtesten Ecke New Yorks", erz�hlt Jerry Rosengarten, der Besitzer des "Bowery Hotels", das gerade er�ffnet hat. Trotz der hohen Preise - etwa 1.000 Dollar pro Nacht - ist es schon jetzt fast immer ausgebucht. Ein Geheimtipp der internationalen Fashionwelt. Seit ein paar Monaten schießen an jeder Ecke Wolkenkratzer, teure Hotels, Warenh�user und Clubs aus dem Boden. Eine absurde und bizarre Entwicklung, die einer Gegend das Gesicht nimmt, die wie keine zweite für das stand, was den Mythos New Yorks in den 8oer Jahren ausmachte: Kreativität, Armut und Anarchie. Der Fotograf Clayton Patterson h�lt den radikalen Umbruch und die Kommerzialisierung seit Jahren in Bildern fest. "Ich war selbst immer heimatlos, bevor ich nach New York kam. Vielleicht kommt es daher, dass es mir so wichtig ist, die Geschichte dieser Straße jetzt zu dokumentieren. Und es tut einfach weh zu sehen, wie New York immer mehr zu Disneyland wird. Was wir verraten und verkauft haben, ist die Seele der Stadt, die Kreativität."

In Zeiten, als die Gegend "No Go Area" für die Polizei war, entstanden hier die "Guardian Angels". Die weltweit kleinste und verr�ckteste Oper hat hier ebenso ihr Zuhause wie der Bowery Poetry Club. Die Chinesen breiten sich im Viertel seit Jahren aus und verdr�ngen vor allem die Italiener. Je weiter man der Bowery Richtung S�den folgt, desto chinesischer wird es. Hier kosten Fisch und Gem�se nur ein Zehntel von dem, was sie einige Blocks weiter n�rdlich kosten. Und die weißen Architekten und Bauunternehmer tun sich schwer, hier Fuß zu fassen. Denn die Chinesen verkaufen ihre H�user nicht. Aber vielleicht ist es nur eine Frage der Zeit, dass selbst die Chinesen sich irgendwann dem Druck des Geldes beugen werden. So wie das mit jedem Viertel in Manhattan passiert ist in den letzten Jahren…

ARD-KorrespondentinAnnette Dittert und das Team aus dem Studio New York zeigen ein bizarres Nebeneinander und treffen Menschen, in deren Gesichtern und Erz�hlungen die Geschichte dieser Straße lebendig bleibt.

©  http://patterson.no-art.info/reviews/2009-01-01_dittert.html