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DAS ENDE DER BOWERY - ABSCHIED VON DER WILDEN ZEIT

Fernsehreportage von Annette Dittert

Erstsendung: 21.07.2007 in ARD 1 (German Television), 30 Minuten | Trailer 5:37 min

Sie war die Straße der Verlierer, der Künstler und Exzentriker. Die Bowery im Südosten Manhattans war das legendäre letzte Bohemeviertel New Yorks. Maler und Musiker lebten hier direkt neben Punks und Obdachlosen-Absteigen. Niemand hätte sich bis vor kurzem vorstellen können, dass das Geld und die WallStreet-Yuppies auch hier Einzug halten würden.

„Die Bowery und die ganze Lower East Side im Südosten Manhattans wird jetzt zur angesagtesten Ecke New Yorks”, erzählt uns Jerry Rosengarten, der Besitzer des „Bowery Hotels”, das gerade eröffnet hat und - trotz Preisen von 1.000 Dollar pro Nacht - schon jetzt fast immer ausgebucht ist, ein Geheimtipp der internationalen Fashionwelt. Rosengarten hat als einer der ersten vor Jahren hier begonnen, zu bauen und ist damit der Trendsetter in dieser einstmals verrufensten Ecke der Stadt. Es ist absurd, aber so ist New York. Ist eine Gegend erst einmal entdeckt, geht es schnell mit der Veränderung. An jeder Ecke schießen seit ein paar Monaten Wolkenkratzer, teure Hotels, Warenhäuser und Klubs aus dem Boden. Es ist eine absurde, bizarre Entwicklung, die einer Gegend das Gesicht nimmt, die wie keine zweite für das stand, was den Mythos New Yorks in den 80er Jahren ausmachte: Kreativität, Armut und Anarchie.

Während der Dreharbeiten haben wir die Menschen gesucht und gefunden, die man hier in wenigen Jahren nicht mehr erleben wird. Clayton Patterson z. B., seines Zeichens Fotograf, der den viel zu raschen Wandel seiner Straße seit Jahren in Bildern festhält. “Ich war selbst immer heimatlos, bevor ich nach New York kam. Vielleicht kommt es daher, dass es mir so wichtig ist, die Geschichte dieser Straße jetzt zu dokumentieren. Und es tut einfach weh zu sehen, wie New York immer mehr zu Disneyland wird. Was wir verraten und verkauft haben ist die Seele der Stadt, die Kreativität.”Nicht viele der Menschen, die Clayton damals in den 80ern fotografiert hat, haben die wilden 80er Jahre überlebt. „Die meisten sind an Aids oder den Drogen gestorben”, erzählt Clayton, während er sich in seinem Atelier durch über 10.000 Fotos wählt.

©  http://patterson.no-art.info/reviews/2007-07-21_dittert.html